Tonstudio vs Kreativität

Im Keller stirbt die Kreativität

Als wir damals vor ca. 8 Jahren nach Taunusstein in unser neues Haus gezogen sind, hatte ich das Dachstudio direkt für das Musizieren und Produzieren in Beschlag genommen. Heller Raum, große Fenster und tolle Aussicht in die Natur. Aber zum Mixing und Mastering war es leider nur bedingt geeignet. Große Fensterflächen lassen sich leider bezüglich Raumakustik nur schwer in den Griff bekommen. Sprach- und Gesangsaufnahmen waren auch ziemlich problematisch. Auch Aussengeräusche wie Vogelgezwitscher, starker Wind und Regen waren auf den Aufnahmen zu hören (so im Raum bemerkt man das eigentlich gar nicht).
Darum im diesen Sommer die Entscheidung, das Studio in den Keller zu verlegen.

Breitbandabsorber im Eigenbau

Eine gute Entscheidung, wenn auch viel Arbeit. Das Tonstudio im Keller wurde frei nach dem LEDE-Konzept aufgebaut. Erste Messungen zeigen hervorragende Werte. Linearer Verlauf über alle Frequenzen. Gutes Stereo-Bild. Keine Raummoden mehr im Bass, sowie keine Resonanzen. Die Nachhallzeit hat sich (subjektiv wie objektiv) wesentlich verbessert (von 350-450ms auf 150-200ms nach RT60) und auch der Verlauf ist glatter und fällt nicht in den Höhen ab. Das Mischen ist um einiges einfacher geworden. Ich höre wesentlich besser die Tiefenstaffelung. Der Bass kommt endlich richtig geil. 🙂
Und das die Aufnahmen jetzt trocken sind und auch keine Nebengeräusche mehr wahrzunehmen sind, ist auch nicht verkehrt.

Aber… ganz ehrlich. Im Keller stirbt die Kreativität. Wer nicht nur fertiges Material bearbeitet, sondern auch Musiker/Künstler und Soundschrauber ist, …
Wahrscheinlich geht es nur mir so, ich jedoch brauch meinen Kreativraum, im Hellen mit Fenster und Aussicht. Um nicht falsch zu verstehen, im Kellerstudio lässt es sich hervorragend arbeiten. Das Mischen geht viel leichter von der Hand und erfüllt auch zu 100% seinen Zweck. Und macht auch enormen Spass.

Seid gestern habe ich den perfekten Kompromiss. Meinen neuen Synthi rauf unter das Dach und ans Audiointerface und Tablet angeschlossen. Und das klappt sogar alles perfekt. Ich kann auf das iPad aufnehmen, Audio sowie Midi. Natürlich entsprechende Apps vorausgesetzt. Auf dem iPad können in der DAW-App zusätzliche Soundgeneratoren laufen (für den Beat als Beispiel). Ich verwende Cubasis, da ich ansonsten auch am PC mit Cubase arbeite und so natürlich Synergieeffekte bestehen. Mit GarageBand* werde ich das aber bei Gelegenheit auch mal testen, weil für iOS kostenlos mit dabei.

Beim Audiointerface reichen 2 Line-In. Dann noch ein Midi-In und Midi-Out, wobei es sein kann, das im Falle des Behringer DeepMind 12 das nicht notwendig ist – er kann Midi über WLAN. Für das iPad braucht es noch das Camera Connection Kit, um das Audio Interface über USB anschließen zu können.

Und wenn die Idee dann konkret wurde, ja dann geht es wieder ins Studio. Kleiner Nebeneffekt, das ganze ist so auch für den Live-Betrieb geeignet, könnte ich mir vorstellen.

Audiointerface verbindet DeepMind und iPad mit Midi in beide Richtungen und Audio

*Update: gerade nochmal mit GarageBand ausprobiert. Audioaufnahme ist kein Problem. Auch kann der Synthesizer als Midi-Keyboard für die internen Instrumente der App dienen. Leider scheint aber das Steuern von externen Geräten (in meinem Fall der DeepMind) nicht zu funktionieren.

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